JOHN ist am 03.10.2020 auf seiner Pflegestelle angekommen!

Stand 12. Oktober 2020:

 

Johnny kam am vergangenen Samstag (3.10.2020) an und ist nun seit einer guten Woche bei uns. Bei der Ankunft war er ein kleiner, verschüchterter Junge, der vor allem die Hosen voll hatte. Das hat sich schon deutlich gebessert. Er hat es in unserem Haushalt allerdings auch nicht ganz einfach, sein Empfang fiel nur mäßig warm aus. Erwartet haben ihn zwei ältere mittelgroße Hundedamen (ein Braque francais und ein Podenco-Mix), ein dementer (aber nicht minder selbstbewusster) Rauhaardackel und zwei Kater.

 

Kurz gesagt: in den ersten Tagen durfte Johnny froh sein, wenn er überhaupt atmen durfte, da er bei allem, was er machte, erstmal von den anderen Hunden die rote Karte verpasst bekommen hat. Johnny ist ein sehr lieber, fügsamer und nicht dominanter Hund, der sich sehr schnell in das Rudel und die bestehende Rangordnung eingefügt hat. Neuen Situationen begegnet er zurückhaltend, ist zwar neugierig und an allem interessiert, doch oft noch etwas ängstlich, wenn er etwas oder jemanden nicht kennt. Wenn uns beispielsweise im Feld Personen, Pferde, Traktoren etc. entgegenkommen, werden ganz große Augen gemacht und erstmal stehen geblieben. Gerne würde man dann auch einen großen Bogen darum schlagen und vielleicht zwei, drei leise WuffWuffs loswerden, wenn er dann aber sieht, dass die Halter und die anderen Hunde souverän und gelassen bleiben, orientiert er sich stark an der Gemeinschaft. Er ist zwar skeptisch, doch so interessiert, dass er dann doch gerne einmal am Fahrrad oder Fußgänger schnüffeln mag. Wir hatten das Glück, sehr nette Menschen zu treffen, sodass er dazu auch Gelegenheit hatte und das Neue etwas weniger bedrohlich wurde.

 

Johnny ist überhaupt nicht aggressiv. Auch in unsicheren Momenten weicht er eher aus, als dass er offensiv wird – das merkt man auf dem Spaziergang, aber auch im Haus, wenn er sich von unserem Dackel rumkommandieren lässt. Die beiden Kater findet Johnny übrigens ausgesprochen spannend und findet es super, ihnen einfach mal unverbindlich hinterher zu schnüffeln, wenn sie in seine Nähe kommen. Auch hier ist er sehr, sehr freundlich und vorsichtig, er findet sie einfach gut. Die Kater dulden ihn bis zu einem gewissen Aufdringlichkeitsgrad, was sie ihm auch schon ein paar Mal klarmachten, er dann aber sofort Leine zieht und sie in Ruhe lässt. Auch zeigt er sich im Haus – nach aufgedrehten und zappeligen ersten drei Tagen – als lieber und gelassener Hund. Er kommt gerne und lässt sich streicheln, überhaupt ist er ein super kuscheliger Kollege, zieht sich aber auch gerne von sich aus, zwischenzeitlich aber auch schon auf Kommando, auf sein Plätzchen zurück.

 

Was Johnny auch schon lernen musste, ist, dass Pippi im Haus uncool ist. „Nein!“ wurde also schon kapiert und wird universell eingesetzt, was er auch versteht. Insgesamt genügt bei ihm auch ein strenges Wort, da er sehr sensibel ist und gerne alles richtig machen möchte. Er lernt schnell. Er meldet sich, wenn er raus in den Garten möchte, durch ein helles Fiepen und freut sich sehr, wenn er dann rausflitzen darf. Er liebt sein Bällchen und apportiert von sich aus wie ein ganz Großer. Er schläft sehr ruhig und bleibt auch schon gut ein Stündchen alleine. Johnny ist alles in allem ein Baby im großen Körper. Er braucht sehr viel Zuneigung, aber auch Orientierung. Ohne andere Hunde wäre Johnny vermutlich weniger happy. Er spielt sehr, sehr gerne und wild mit unseren Girls, hat enorm viel Power (10km Radfahren – null problemo), danach noch Bällchen spielen oder Kreise sausen im Garten und dann wird nach dem Happchen ein ordentliches Schläfchen gemacht. Sein Jagdtrieb hält sich zum jetzigen Stand meines Erachtens in Grenzen, allerdings muss man sich darauf einstellen, dass man einen ausgesprochen schnellen und lauffreudigen Junghund bekommt, der mit knapp zwei Jahren im aktivsten Alter ist und sicherlich nicht glücklich ist, wenn er immer an der Leine geführt würde. Daher wünscht sich Johnny jemanden, der sein Vertrauen gewinnt (dann weicht er einem nicht von der Seite), an dem er sich aber auch durch Autorität orientieren kann und der mit ihm arbeitet und lernt.

 

Kontakt

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