Emma wohnt seit September 2020 in ihrer Pfegefamilie

Stand 22. März 2021:

 

Emma zu beschreiben ist schwierig. Sie zeigt in vergleichbaren Situationen, auch gegenüber demselben Menschen, sehr unterschiedliches Verhalten.

Durchgängig zeigt sich sehr deutlich, dass sie

- zu Frauen ein vergleichsweise entspannteres Verhältnis hat als zu Männern.
- Morgens entspannter und gelassener ist als abends, ihre innere Anspannung und Nervosität steigt im Laufe des Tages an.

 

Zu uns kam Ende September 2020 ein Hund, der sich beim Eintritt in die Wohnung einen der vorhandenen Liegeplätze aussuchte und von diesem nicht mehr freiwillig aufstand, zumindest nicht, wenn jemand im Raum war oder sie auch nur hörte, dass sich jemand näherte. Ca. zwei Wochen lang musste ihr das Geschirr im Liegen angezogen werden, sie wurde daran hochgehoben, auf die Läufe gestellt und ca. 2 Meter gezogen, dann lief sie mit. Futter wurde nur angenommen, wenn wir den Raum verließen.

 

Sie zeigte sich als absolut verträglich mit unseren beiden Hunden, DSH-Rüde und Strobel-Rüde, letzterer damals 4 Monate.

 

Auch uns gegenüber war Emma ein friedfertiger Hund, obwohl wir sie manchmal (z.B. Geschirr anziehen) auf ihrem Liegeplatz sehr bedrängen mussten. Wenn man sich ihr näherte, erstarrte sie. Keinen Ton, keine Bewegung, kein Blickkontakt.

 

Emma war vom ersten Tag an ein sehr gut leinenführiger Hund auf Spaziergängen. Fahrradtouren, sie an einer Flexleine, sind einfach und entspannt.

 

Ich beschreibe diese Vergangenheit um herauszustellen, welche großen Fortschritte Emma in den annähernd 6 Monaten gemacht hat. Sie fühlt sich bei uns inzwischen „zuhause“ und sicher und verändert sich in einigen Verhaltensweisen.

 

Einige Schlagworte zu Emma:

 - bewegungsfreudig

 - ausgeprägter Jagdtrieb (gilt auch für Katzen), auf Sicht- und Spurreize

 - verträglich mit (bisher) allen Hunden

 - ausgeprägter Wachtrieb (knurrt, verbellt, hält aber mehrere Meter Abstand zu Personen)
- fährt problemlos im Auto mit

 - menschenscheu (meist sehr ausgeprägt)

- stubenrein (bei uns sind die Hunde viel im Garten)

 

Sie liegt heute wechselnd auf den verfügbaren Liegeplätzen oder frei in der Wohnung. Je nach ihrer Stimmung kann man (selten) direkt an ihr vorbeigehen oder aber sie steht auf, sobald man sich auf ca. 2-3 Meter nähert und weicht aus. Das Geschirr haben wir durch ein Windhund Halsband ersetzt, dahinter ein zweites Halsband mit einem Tracker, falls sie sich doch einmal aus dem Führungshalsband herauswinden sollte. Die Halsung lässt sie sich heute problemlos stehend anlegen. Sie läuft gerne mit den Hunden raus in den Garten und lässt sich auch mit ihnen zurückrufen. Freilauf ist nicht möglich (wir hatten es versucht, aber leider nicht mit zufriedenstellendem Ergebnis; großer Bewegungsdrang, Jagdtrieb und nicht verinnerlichter Rückruf). Leckerchen nimmt sie, situationsbedingt mit Absetzen und ruhigem Annehmen oder beim Vorbeirennen und danach schnappen, falls erforderlich mit mehreren Anläufen.

 

Ein Training mit einem Hund wie Emma erscheint schwierig, da (für uns als Laien) kaum eine Möglichkeit besteht, auf den Hund einzuwirken. Sie ist nicht durch Futter und Leckerchen belohnbar (wenn sie sich gestresst fühlt, nimmt sie nichts an); andere Einwirkung ist durch ihre Scheue kaum möglich. Bei uns hat sie sich einiges von den beiden anderen Hunden abgeschaut.

 

Emma lebt bei uns in einer Situation, in der sie so gut wie nicht an andere Menschen herangeführt und mit eben diesem Reiz konfrontiert wird. Ferner vermeiden wir es, Emma alleine in der Wohnung zu lassen, dies nach einigen schlechten Erfahrungen in der Anfangszeit (sie ging auf Bett und Tisch, hat ein Leder-Uhrenarmband gefressen, versuchte Abfalleimer zu öffnen). Emma hat sicherlich Entwicklungspotential, an dem noch gearbeitet werden kann.

 

Für uns ist Emma in der gegenwärtigen (Corona-) Situation ein pflegeleichter Hund. Wir akzeptieren sie, wie sie ist, freuen uns darüber, wenn sie gelegentlich Nähe sucht und etwas vertrauensvoller reagiert und lassen ihr so viel Freiheit in Haus und Garten wie möglich.

 

Gerne stehen wir für weitere Informationen telefonisch zu Verfügung. Die Vermittlung zu einem Gespräch sollte über die Hundeengel erfolgen.

 

Kontakt

HundeEngel Tiernothilfe e.V.

Urbarer Str. 20

56329 St. Goar

E-Mail: infoHE@hundeengel.de